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Freddie Roulette
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T&M 036: 15.00 Euro
"Man of Steel" - 2006


Das zweite Album von Freddie Roulette auf TRADITION & MODERNE. Nach dem wunderbaren Erstling SPIRIT OF STEEL (T & M 014) ist der Mann aus der San Francisco Bay Area zurück mit einem neuen Werk, produziert von Henry Kaiser in den legendären Fantasy Studios in Berkeley, unter Mitwirkung von Kaiser selbst und auch seines alten Freundes David Lindley auf einem Titel.

Freddie Roulette ist ein außergewöhnlicher Musiker und ein echtes Original. Nicht nur ist er einer der wenigen Lap-Steel-Gitarristen in der Blues-Welt, Roulette ist dazu ein Mann, der vor allem eines will: die Musik spielen, die ihm Spaß macht – ganz ohne ohne Schubladendenken. So findet sich auch auf MAN OF STEEL eine schillernde Palette von Songs aus unterschiedlichen Genres, relaxt und mit Freude aufbereitet unter nordkalifornischer Sonne. Vor allem dort ist Roulette regelmäßig zu sehen auf Club- und Festivalbühnen, mal mit eigenen Gruppen, mit der Nightfire Band um Gitarrist Harvey Mandel oder als Gastmusiker. Was er zu bieten hat? Einen eigenen Sound mit Persönlichkeit und Stil.

Geboren wurde Freddie Roulette 1939 in Evanston, Illinois, etwas nördlich von Chicago. Als Teenager sieht er eine Mitschülerin auf einer Lap-Steel-Gitarre spielen und ist sofort fasziniert. Freddie lernt schnell und binnen kurzer Zeit zieht es ihn auf die Blues-Szene der Stadt. Der Slide-Sound der Lap-Steel, der horizontal mit einem tone bar aus Stahl oder Hartgummi gespielten „Hawaii-Gitarre“, ist im Blues kaum verbreitet und rasch werden die Stars der Chicago-Szene auf Roulette aufmerksam.

Die Geschichte der Lap Steel in der amerikanischen Musik geht zurück bis an die vorletzte Jahrhundertwende. Der ursprüngliche Erfinder dieses Instrumentes ist nicht bekannt, unstrittig ist jedoch, dass es in Hawaii entwickelt und popularisiert wurde. Mit hawaiianischen Ensembles wurde sein Klang in der ersten Dekade des 20. Jahrhunderts in den USA populär und er verbreitete sich rasch. Die frühen elektrischen Lap-Steels zählten in den dreißiger Jahren zu den ersten und vor allem populärsten E-Gitarren. Speziell die Instrumente der Firmen National aus den vierziger Jahren werden heute kultisch verehrt. Auch Freddie Roulette spielt eines dieser National-Instrumente aus den vierziger Jahren, in seinem Fall eines mit zwei Hälsen und acht Saiten, auf offene Dur-Akkorde gestimmt.

Der bescheidene Freddie Roulette erregt Aufsehen in Chicago mit seinem Sound. Slide-Gitarrist Earl Hooker lädt ihn zu Sessions ein und die weiße Blues-Szene um Gitarrist Mike Bloomfield ist in ihrer ersten Blüte. Der junge Harvey Mandel beginnt ebenfalls seine Karriere auf der Chicago-Szene und auch auf Alben von ihm wird man später die Gitarre von Freddie Roulette hören. Doch Freddie hält es nicht in Chicago, denn er sieht sich von Anfang an nicht als reinen Blues-Musiker. Als er von Charlie Musselwhite das Angebot für eine Westcoast.-Tour bekommt, kehrt Freddie Roulette Chicago den Rücken. Seit mehr als fünfunddreißig Jahren lebt er mittlerweile in Berkeley, Kalifornien.

Freddie Roulette’s MAN OF STEEL präsentiert die ganze Bandbreite seiner musikalischen Vorlieben: Soul der Marke Stax („Breaking Up Somebody’s Home“), Funk der Marke Tower of Power („Funkifize Your Life“), Blue Note-Jazz (Lee Morgan’s „The Sidewinder“), Country mit Blues-Touch (Willie Nelson’s „Nightlife“). Darüber hinaus die von David Lindley gesungene Ry Cooder-Nummer „The Tattler“, einen 30er-Jahre-Hawaii-Standard von Andy Iona & His Islanders „(How Do Ya Do?“), Arthur Crudup’s R & B-Klassiker „That’s Alright Mama“ in einem lässig verlangsamten Groove, eine coole Reggae-Nummer von Ernest Ranglin („Surfin’), Ray Charles’ „In The Heat Of The Night“ , Mose Allison’s „Parchman Farm“ und schließlich das „Endless Summer Theme“, ein Surf-Evergreen der Band The Sandals aus dem Jahr 1964.

MAN OF STEEL – das ist Soul, Funk, Country, Pop, Hawaii, Jazz und Balladen. Ein Crossover-Mix zusammengehalten vom individuellen Sound der Lap Steel von Freddie Roulette. Als Sänger wird er die Welt vielleicht nicht aus den Angeln heben, doch Freddie’s Musik ist dennoch geprägt von einer großen Ausdrucks-Palette von cool und zurückhaltend bis zum leidenschaftlichen „vocalizing“, dem Nachahmen menschlicher Tonfälle mit der Lap Steel. Die eigenwilligen Linien von Produzent/Co-Gitarrist Henry Kaiser geben der Musik eine zusätzliche individuelle Note und das erstaunliche Gitarrengeflecht wird komplettiert durch die Brüder Ken & Phil Emerson aus Hawaii.

Selbst wenn Freddie Roulette im Laufe der Jahre nur sporadisch mit eigenen Platten in Erscheinung getreten ist, so ist und bleibt er doch ein spektakulärer Gitarrist, dessen Individualität unüberhörbar ist – von den frühen Aufnahmen mit Earl Hooker bis zu MAN OF STEEL. „Sweet Funky Steel“ ist eines seiner älteren Alben überschrieben und so klingt auch dieses Album. Nichts für Blues-Puristen – doch exzellenter Stoff für Musikliebhaber mit offenen Ohren. „I’m just a regular old cat,“ sagt Freddie Roulette – doch ganz so simpel ist es wohl doch nicht. Die Musik auf MAN OF STEEL jedenfalls spricht eine andere Sprache und die ist sehr kreativ und ausgestattet mit viel schwarzer Seele.