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Rory Block
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T&M 107: 5.00 Euro
"women in (e)motion: Rory Block" - 1994

1. My Train Is Coming (Charlie Spand)
2. Walking Blues (Robert Johnson)
3. That´s No Way For Me To Get Along (Rev. Robert Wilkonson)
4. Canned Heat (Tommie Johnson)
5. God´s Gift To Women (Rory Block)
6. Gypsy Boy (Rory Block)
7. Bonnie Boy (Rory Block)
8. Future Blues (Willie Brown)
9. Frankie & Albert (Mississippi John Hurt)
10. Moon´s Goin Down (Charlie Patton)
11. Me And The Devil/When You Got A Good Friend (Robert Johnson)
12. The Uncloudy Day (trad.)
13. One Thing I love About That Man Of Mine (Willie Moore)
14. Nobody Knows You WhenYou´re Down And Out (Jimmy Cox)
15. Mississippi Blues (Willie Brown)
16. Fixin´To Die (Bukka White)
17. Stagger Lee (Mississippi John Hurt)
18. I Feel Just Like Going On (Rev. Gary Davis)
19. Love My Blues Away (Rory Block)
20. Kindhearted Man (Robert Johnson)

Es gab eine Zeit, da war es für Rory Block keineswegs selbstverständlich, Bluessongs einer früheren Ära zu singen. Bei allem Enthusiasmus empfand sie, ihre Erfahrungen als junge Weiße aus New York gäben ihr nicht das Recht, Stücke zu präsentieren, die schwarze Musiker und Musikerinnen im ländlichen Süden der Zwanziger oder Dreißiger Jahre geschrieben hatten. Diese Haltung hat Rory Block zum Glück abgelegt. Das konnte sie nur, indem sie der Musik und ihren Schöpfern soviel Respekt erweist wie irgend möglich. Wenn sie Titel von Robert Johnson, Mississippi John Hurt, Bukka White oder Charlie Patton interpretiert, wahrt sie die klassische Form, ist der ursprüngliche Geist allgegenwärtig. Bereitwillig gibt sie ihr Wissen über die Wurzeln des Country-blues und seine wichtigsten Protagonisten weiter. Doch dieser Respekt hat Rory Block nicht zu einer Kopistin werden lassen. Ihre Fassungen klassischer Bluesnummern tragen einen eigenen Stempel, in gitarristischer wie in gesanglicher Hinsicht.

Rory Block ist Musikerin mit Leib und Seele. Ihre glasklare, energische Gitarrenarbeit hat fast perkussive Schärfe. Slidepassagen spielt sie mit dem bloßen Finger. Als Vokalistin wurde sie nicht nur von großen Blues-Stilisten geprägt. Unverkennbar sind die Einflüsse aus Gospel und Soul, durch die ihr Gesang eine besondere emotionale Qualität erlangt. Die kommt speziell den eigenen Stücken zugute, mit denen Rory Block die Bluespfade verläßt. Im Laufe der Achtziger entwickelte sie sich zu einer erstklassigen Singer/Songwriterin – ein Aspekt ihres Schaffens, der für sie an Bedeutung gewonnen hat und der auch in diesen Live-Mitschnitten anklingt.

Rory Block war schon in frühester Kindheit von Musik umgeben. In ihrer Familie wurde Musizieren groß geschrieben. Zwei Jahre Unterricht in klassischer Gitarre verhalfen ihr zu einer soliden technischen Grundlage. Schon als Zwölfjährige begleited sie ihren Vater auf Folkfestivals. Allan Blocks Lederwarengeschäft in New York Citys Greenwich Village wurde in jenen Jahren zur Anlaufstation für die florierende Folkszene. Junge Aspiranten wie John Sebastian und Bob Dylan schauten herein, Folkblues-Veteranen wie Mississippi John Hurt, Son House und Rev. Gary Davis trafen sich zu gemütlichen Sessions. Von ihnen lernte Rory, doch das Wesentliche hatte sie sich mit akribischer Besessenheit bereits selbst angeeignet, anhand von Platten und Tapes.

Als sie mit 15 Jahren von zuhause fortlief und mit dem Gitarristen und Countryblues-Experten Stefan Grossman zusammenzog, konnte ihr Grossman spieltechnisch nicht mehr viel vormachen. Die beiden brachten eine "How to Play Blues Guitar"-Platte raus. Danach legte Rory Block die Gitarre für acht Jahre zur Seite, um ihren ersten Sohn groß zu ziehen. Eine harte, entbehrungsreiche Zeit, aus der heraus sie schließlich einen vorsichtigen Neuanfang wagte. Sie spielte den Blues, sie sang ihn – und stieß zu ihrer Überraschung auf ein begeistertes Publikum, das ihr das Gefühl gab, auf dem richtigen Weg zu sein.

Zwischen 1975 und 1978 nahm Rory Block vier eigene Alben für verschiedene Firmen auf. Die Produzenten verordneten der jungen Bluesfrau wechselweise einen Country- und Folktouch, eine geglättete R&B-Orientierung und schließlich ein modisches Disco-Gewand. Erst 1981 entstand die erste Platte, über die Rory Block volle künstlerische Kontrolle hatte – ihr spätes "Debüt" als reife Blueskünstlerin. Seither produziert sie regelmäßig Blues- und Songwriter-Alben und tourt mehrfach im Jahr durch die USA und durch Europa. Die Anerkennung geht so weit, daß ihre Bluesinterpretation inzwischen sogar literarisch gewürdigt werden. In den Carlotta Carlisle-Romanenvon Krimiautorin Linda Barnes holt sich die sympathische Detektivin Carlotta seelische Unterstützung durch Songs von Rory Block.

Bei einer Live-Session im Rahmen des Bremer "women in (e)motion"-Festivals 1988 stellte Koko Taylor ihre Kollegin als "Miss Dynamite" vor – ein treffender Titel für die großartige Performerin. Die Songs von Rory Blocks Auftritt im Doppelkonzert mit Jo-Ann Kelly wurden für diese CD um Aufnahmen eines überragenden Konzertes ergänzt, das Rory ein halbes Jahr vorher in Bremen gegeben hatte.












CD 1

1  

My Train Is Coming  

02:25

2  

Walking blues  

03:12

3  

That's No Way For Me To Get Along  

02:59

4  

Canned Heat  

03:02

5  

God's Gift To Women  

02:34

6  

Gypsy Boy  

03:50

7  

Bonnie Boy  

02:50

8  

Future Blues  

02:30

9  

Frankie & Albert  

02:53

10  

Moon's Goin Down  

03:28

11  

Me And The Devil/When You Got A Good Friend  

03:59

12  

The Uncloudy Day  

01:54

13  

One Thing I Love About That Man Of Mine  

02:13

14  

Nobody Knows You When You're Down And Out  

01:41

15  

Mississippi Blues  

03:22

16  

Fixin' To Die  

02:25

17  

Stagger Lee  

02:46

18  

I Feel Just Like Going On  

02:27

19  

Love My Blues Away  

02:50

20  

Kindhearted Man  

03:03