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Mint Juleps
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T&M 104: 5.00 Euro
"women in (e)motion : Mint Juleps" - 1993

1. Baby, Baby
2. Round Our Way
3. I Heard It Through The Grapevine

4. Jesus Gave Me Water
5. Stay Gone
6. I Want To Live Easy
7. Set Me Free
8. Don´t Let Your Heart

9. Higher And Higher
10. Shout
11. Mumblin´Boy
12. Who Knows

13. The Snake
14. Loves Me Like A Rock
15. Ain´t He Got Nerve
16. Hey Girl


A cappella-Gruppen haben mehr Spaß! Die Mint Juleps aus dem Londoner East End sind da ein vortreffliches Beispiel. Auch nach jahrelanger Bühnenerfahrung machen die sechs nicht den Eindruck, als könnte bei ihnen mal kühles Kalkül und nüchternes Professionalitätsdenken den Ton angeben. Das kollektive Sangeserlebnis scheint ihnen selbst ein Hochgefühl zu bereiten, das sich wiederum aufs Publikum überträgt. Ihr Temperament besorgt ein Übriges. Debbie, Lizzie, Marcia, Sandra, Julie und Debbie L. tragen keine Allüren zur Schau. Die vier Schwestern und ihre beiden Freundinnen geben sich, wie sie sind. Statt die Posen großer Entertainerinnen zu proben, vertrauen sie auf ihre natürliche Ausstrahlung. Ob die Mint Juleps ihrer Vokallust daheim oder in der Öffentlichkeit frönen, macht für sie offenbar keinen großen Unterschied.

Daheim beziehungsweise in den Schul- oder Kirchenchören um die Ecke hatte alles angefangen. Zum ersten Pub-Auftritt der eigenen kleinen Vokalgruppe schied sich die Spreu vom Weizen; übrig blieb ein reines Mädchen-Ensemble. 1984 gilt als offizielles Gründungsjahr der Mint Juleps. Der Name macht zunächst auf dem Club- und College-circuit die Runde - und kam schließlich den Verantwortlichen des Stiff-Labels zu Ohren. Das Debütalbum von 1985 präsentierte die Mint Juleps von ihrer besten Seite: als Live-Formation, mit einem Mitschnitt aus dem Londoner Shaw Theatre. Die Karriere kam ins Rollen: Vorprogramm-Engagements für bekannte Acts zwischen Billy Bragg und Kool And The Gang, erste Konzerte auf dem europäischen Festland (Frankreich, Belgien, Niederlande, Schweiz), Studio-Jobs, Fernsehauftritte.
Der Spaß verging den sechsen lediglich, als sie im Zuge eines neuen vielversprechenden Plattenvertrags zum Spielball besserwissender Produzenten wurden - eine Erfahrung, die ihnen trotz Ärger und Frust glücklicherweise nicht den Enthusiasmus nahm. An der Seite der charts-erprobten Fine Young Cannibals, die sich für die Mint Juleps begeistert hatten, tourten sie 1989 durch die USA, wo Filmregisseur Spike Lee ("Malcolm X", "Do the Right Thing", "She´s Gotta Have It" etc.) die quirligen Engländerinnen vom Fleck weg für ein a cappella-Fernsehspecial verpflichtete. Dort kam es zur denkwürdigen Begegnung der Mint Juleps mit Ladysmith Black Mambazo aus Südafrika, mit denen sie -sechzehnstimmig!- ein hinreißendes "The Lion Sleeps Tonight" intonierten (nachzuhören auf dem Soundtrack-Album "Spike & Co: Do it a cappella").

Im darauffolgenden Jahr wurden die Mint Juleps zu einem gefeierten Höhepunkt des zweiten "women in (e)motion"-Festivals. Die sechs Frauen beherrschen nicht nur einen brillianten Satzgesang, sie verfügen auch über starke Solostimmen. Vom Repertoire her drängt sich unweigerlich der Bezug zum Gruppennamen auf: ein Mint Julep ist ein hocharomatisches, herrlich erfrischendes Mixgetränk. Die bevorzugten Zutaten nach Ostlondoner Rezept sind Soul, Gospel, Reggae, Pop, DooWop, in Form von originell arrangierten Coverversionen oder von eigenen Songs. Dabei bleiben selbstverfaßte Stücke wie "Don´t Let Your Heart" oder das Motown-verwandte "Stay Gone" genauso im Ohr wie die Bearbeitungen populärer Klassiker von Johnny Otis oder den Isley Brothers.
Die Aufnahmen aus der Bremer Schauburg wurden zur Abrundung um einige Live-Titel neueren Datums ergänzt - unverzichtbare Repertoire-Klassiker aus dem Julep-Shaker.
"You can dance to a cappella!", pflegen die Mint Juleps ihr Publikum aufzufordern. Das ist nicht minder gültig, wenn der Live-Spaß von Platte kommt.