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Jayne Cortez
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Presse
T&M 106: 5.00 Euro
"women in (e)motion: Jayne Cortez" - 1994

1. Aupe
2. They want the oil
3. Drying Spit Blues
4. What´s happening ?
5. Drums everywhere drums
6. Maintain control
7. In the morning
8. Everybody wants to be somebody
9.I see Chano Pozo
10.Maybe
11. Firespitters
12. Military spending

Die Kombination ihrer Poesie mit Musik, speziell mit Jazz, ist für sie eine ganz natürliche Sache. Als frühe Inspiration nennt Jayne Cortez nicht Gedichte schwarzer Autoren, sondern Jazz und Blues. Zwar enstehen ihre Texte unabhängig von musikalischen Erwägungen und - im Gegensatz etwa zu den jamaikanischen Dub-Poeten - ohne Musik im Kopf. Doch haben die Gedichte der Amerikanerin einen Puls, eine intuitive Rhythmik, eine Melodie, die wie geschaffen sind für eine Synthese mit Spielformen des Jazz. Diese musikalische Qualität ihrer Poesie wird durch die Rezitationsweise der New Yorkerin verstärkt. Zeitweise stößt Jayne Cortez an die Grenze zur Vokalimprovisation, werden ihre energischen Wortsalven zu perkussiven Patterns. Im Brennpunkt bleibt dennoch stets die Botschaft.

Jayne Cortez ist in erster Linie eine politische Dichterin. Mit bissigen, manchmal in blanken Zynismus umschlagenden Zeilen kommentiert sie die Machenschaften der Mächtigen in Politik und Industrie. Sie hat einen scharfen Blick für die Geschehnisse vor der eigenen Haustür, sie legt globale Zusammenhänge offen, und sie reflektiert Geschichte. Als engagierte Afroamerikanerin, die in der schwarzen Bürgerrechtsbewegung der Sechziger ihre Stimme fand, ist das Bewußtsein für das afrikanische Erbe wichtiger Teil ihrer Identität und bedeutendes Thema ihrer Arbeit. Ob in kompromißlosen Statements, phantasievollen Metaphern oder ausdrucksstarken Wortassoziationen: die Poesie von Jayne Cortez hat eindringliche Kraft.

Jayne Cortez begann Anfang der Sechziger, politische Gedanken in Gedichtform zu bringen. Sie stammt aus Arizona, wuchs aber in Los Angeles auf. Im Kreis um Jazz-Avantgardist Ornette Coleman (Drummer Denardo ist ihr gemeinsamer Sohn) wurde sie musikalisch entscheidend geprägt. Während die Verbindung von Black Poetry und Jazz für Kollegen wie Langston Hughes und Amiri Baraka (LeRoi Jones) episodischen Charakter behielt, hat Jayne Cortez darin parallel zu zahlreichen Buchveröffentlichungen, zu Lesungen, Vorträgen etc. Kontinuität gezeigt. Seit 1975 veröffentlichte sie fünf Platten (vier davon auf ihrem eigenen Label Bola Press), meist mit Begleitern aus dem Umfeld von Ornette Coleman. Das gilt auch für die Firespitters, die ein elastisches Geflecht aus Jazz, Funk und Blues ausbreiten.
Im Bremer Überseemuseum traten Jayne Cortez und Band inmitten von vorwiegend afrikanischen Exponaten auf: ein passendes, atmosphäreträchtiges Ambiente für das Schaffen dieser Frau, deren außerordentliche Persönlichkeit auch in diesen Aufnahmen spürbar ist.