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Ellen McIlwaine
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Bio
Ellen McIlwaine ist Jahrgang 1945 und wächst als Adoptivtochter amerikanischer Kirchenmissionare in Japan auf. Schon als Kind bekommt sie Klavierstunden. Doch an die Ohren der braven Klavierschülerin dringen auch Radioprogramme mit pianistischen Verlockungen aus einer fremden Welt: Fats Domino, Professor Longhair, Ray Charles — die rauen Klänge des schwarzen Blues und R’n’B. Sie liebt diese Musik von Anfang an.

Als Siebzehnjährige kehrt Ellen zurück in die USA, zunächst nach Tennessee, später in die Nähe von Atlanta, Georgia. Sie wird Gitarristin und bricht die Schulausbildung ab, um in Clubs aufzutreten. Dort hört sie der angesagte New Yorker Folksänger Patrick Sky und überredet sie zu einem Trip nach New York City. Im Village steht die Folk- und Blues-Szene in voller Blüte, es gibt jede Menge Gigs — auch für die junge rothaarige Frau aus Georgia. Im "Cafe Au Go-Go" gibt sie Abend für Abend den opening act für Gott und die Welt: John Lee Hooker, Howlin‘ Wolf, Muddy Waters. Sie lernt auch Jimi Hendrix kennen, der für kurze Zeit zu ihrem Mentor wird, bevor er die USA Richtung England verlässt. Die bereits etablierten Richie Havens und Randy California von der kalifornischen Rockband Spirit geben ihr den entscheidenden Rat: "Du musst Deine eigene Stimme finden. Und wenn Du sie gefunden hast, dann bleib‘ ihr treu". Ellen McIlwaine wird darauf hin zu einer leidenschaftlichen Slide-Gitarristin — und ist es bis heute geblieben.

1967 stellt Ellen McIlwaine in Atlanta ihre erste eigene Band zusammen und nennt sie "Fear Itself" — durchaus ironische Anspielung auf die eigenen Probleme, mit zweiundzwanzig Jahren als Leadsängerin und Gitarristin einer ansonsten männlich besetzten Band zu fungieren. Wieder geht es nach New York, diesmal für eine erste Plattenproduktion. Der experimentelle Blues der Band kommt zwar bei Publikum und Presse an, doch schon bald gibt es persönliche und geschäftliche Probleme. Ellen McIlwaine erlebt ihre Rolle als Frau im Rockbusiness als problematisch. Sie kehrt der Metropole NYC den Rücken und geht in die Künstlerkolonie Woodstock im Bundesstaat New York. Dort beginnt sie in den frühen siebziger Jahren ihre eigentliche Karriere als professionelle Solo-Künstlerin. Dabei entwickelt sie rasch einen individuellen Stil, der alle Ebenen abdeckt. Sie ist funky und rhythmisch, spielt Lead-, Bass- und Slide. Den Vokalstil passt sie dem furiosen Gitarrenspiel an, ihre Experimentierfreudigkeit führt außerdem zur Einbindung indischer, fernöstlicher und karibischer Elemente. Alben wie "Honky Tonk Angel" oder "We The People" werden im FM-Radio jener Jahre zwar gern gespielt, ein kommerzieller Durchbruch größeren Stils bleibt jedoch aus.

Ellen McIlwaine wird so zu einer Künstlerin, die sich für das Leben "on the road" entscheidet. Mitte der siebziger Jahre geht sie nach Kanada und nimmt dort mit dem Album "The Real Ellen McIlwaine" einen gelungenen Hendrix-Tribut auf. Mehrere Alben folgen im Laufe der achtziger Jahre, u.a. "Everybody Needs It" mit Jack Bruce. 1987 nimmt sie eine Einladung von Sylvia Tyson (vormals Teil des Folk-Duos Ian and Sylvia) an und zieht nach Toronto, das Album "Looking for Trouble" entsteht.